Photokina Impressionen

Bilderwelten am dritten Messetag

Neben den vielen Produktpräsentationen, Vorträgen und Workshops, legen der Veranstalter, die Hersteller und Organisationen großen Wert auf die Fotoergebnisse. Über das gesamte Areal der Photokina verteilt, werden deshalb Fotoausstellungen gezeigt. Wir haben sie uns angesehen und sind für die viele Lauferei belohnt worden.

Masters of Photography

Wieder nimmt die Leica Galerie eine komplette Messehalle ein. Der Eingang wird von schwarzen Wänden flankiert und in der Flucht starren einem drei Meter hohe gnadenlos ungeschönte Gesichter entgegen. Eine Arbeit von Bruce Gilden, die ich kürzlich mit viel kleinere Prints in der Ausstellung „Augen auf! 100 Jahre Leica Fotografie“ in München gesehen habe. Die Präsenz der 15 riesigen Bildtafeln ist beeindruckend, fast erschreckend.

Die anderen schräg gestellten Bildwände leuchten in den verschiedensten Farben und präsentieren bekannte Namen wie Ara Güler, Per Anders Petterson oder Roger Ballen, aber auch Entdeckungen am Rande mit Newcomern aus verschiedenen Hochschulen wecken mein Interesse. Auch die Gewinner des Leica Oskar Barnack Award vom Vorjahr sind hier zu sehen. Die Preisverleihung und Ausstellung für 2016 findet am 28. September in Berlin statt.

In einem fuchsienfarbenen Bereich werden Ellen von Unwerths knallige Fotografien gezeigt. Von der Decke hängen Fahnen mit Schwarz-Weiß-Bildern. Eines der starken Frauenporträts ist auf dem Photo International Cover unserer Photokina-Ausgabe. Die Dichte an herausragender Fotografie in der Leica Galerie ist wirklich außergewöhnlich.

Naturfotografie und Wildlife

In der Regel hat Naturfotografie eher Dokumentations-Charakter. Anders die Bilder von Jim Brandenburg, die National Geographic Deutschland in einer großartigen Retrospektive  zusammengestellt hat. Bei vielen der insgesamt rund 80 Fotografien aus zahlreichen Fotoreportagen ist der künstlerische Blick unverkennbar. Auch die Ausstellung „Glanzlichter“ zeigt Werke internationaler Fotografen die zum Teil atemberaubende Natureinblicke gewähren.

Bunter Wettbewerbs-Mix

Über die Entscheidungen von Jurys kann man munter diskutieren, doch allein die vielen gezeigten Bilder des Sony World Photography Award sind einen Rundgang wert. Die Gewinner des Wettbewerbs werden in einem kleinen, viel zu warmen Raum ausgestellt. Für mich fraglich, ob es die beste Art der Präsentation ist, wenn die Bildserien auf Monitoren automatisch abgespielt werden. Als Betrachter fühle ich mich bevormundet, weil ich mich mit einzelnen Werken nicht so lange aktiv auseinandersetzen kann, wie ich das will, sondern lediglich berieselt werde. Wunderbar als dekoratives Kommunikationselement auf einem Messestand, aber bei einer Fotoausstellung finde ich es seelenlos.

Sehr schön auch der Canon Profifoto Förderpreis, wo wir sicher auf einige Fotografen zugehen werden. Leider ist die Präsentation mit den meist glänzenden Oberflächen für den großflächigen Tageslichteinfall nicht ideal. Einige Bilder wurden zwischen Säule und Fenster gehängt, wo man sie kaum wahrnimmt und auch nicht richtig betrachten kann. Schade.

Es gibt natürlich noch viel mehr zu sehen, wie die Ausstellungen von Olympus und Erlebniswelt Fotografie Zingst, Fujifilm, Unicef, UN …

Sales Gallery

Zum Abschluss möchte ich noch die Photokina Sales Gallery erwähnen, weil hier wirklich ungewöhnliche Fotokunst von Fotografinnen wie Nadja Gusenbauer angeboten werden.

Ich habe den ganzen Tag sehr viele Bilder angesehen und muss sagen, dass der Anteil wirklich guter und künstlerischer Fotografie hoch ist. Und das nicht nur von den üblichen Verdächtigen, sondern auch von unbekannteren Fotografen und Newcomern. Viel Stoff für Geschichten im Blog und in der Printausgabe.

Unterwegs auf der Photokina 2016: Kurzberichte und Bilder

Tag 1

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Unterwegs auf der Photokina 2016: Kurzberichte und Bilder

Tag 2

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Tag 4