Street Photography in New York

Interview mit Ron Anthony Bautista

In seinem Beruf als freier Grafik-Designer beschäftigt sich Ron schon lange intensiv mit Fotografie. Vor etwa zwei Jahren entdeckte der 30-Jährige seine Passion für Street Photography. Der Autodidakt steht also noch ziemlich am Anfang, hat aber ein Auge für Bildgestaltung und den richtigen Moment, um spannende Szenen einzufangen. Ron hat für uns zehn Motive zusammengestellt, die sein New York wiedergeben.

Der erste Kontakt mit dem Street Photographer Ron Anthony Bautista ergab sich via flickr, wo mir einige seiner lebendigen Schwarz-Weiß-Fotos aus New York City aufgefallen sind. Zu der Zeit gestaltete ich gerade zusammen mit Florian unser Fotoreisebuch „MANHATTAN DIARY“, in dem wir ausschließlich Farbbilder zeigen. Deshalb fasziniert mich die ganz andere Sichtweise von Ron – als waschechter New Yorker –, der wann immer es geht, mit seiner Kamera durch die Stadt zieht.

Erinnerst Du Dich an Dein erstes Foto?
Ja, zumindest erinnere ich mich noch an eines der ersten Fotos, die ich aufgenommen habe, als ich mit der Street Photography angefangen habe. Es war ein Mann im Central Park, der neben seinem Pferd stand.

Warum beschäftigst Du Dich vorrangig mit Street Photography?
Ich habe mir die Street Photography ausgesucht, weil ich das Genre liebe und man sich damit das Fotografieren frei und unkomplizierter selbst beibringen kann. Bevor ich damit angefangen habe, hatte ich keine Ahnung von Fotografie. Wenn ich jetzt mit meiner Kamera durch die Straßen von New York laufe, lerne ich ständig dazu und erarbeite mir dabei mein Portfolio.

„Ich bin ein New Yorker Fotograf und versuche mit meinen Bildern die Straßen festzuhalten, wie sie sich im Laufe der Zeit wandeln.“

Wann hast Du mit der Street Photography angefangen?
Das ist jetzt gerade mal zwei Jahre her. ich habe mir einfach eine Kamera gekauft, losgelegt und bin seitdem ständig unterwegs.

Was ist für Dich die größte Herausforderung, wenn Du auf der Straße fotografierst?
Es ist immer wieder spannend, ob die Menschen bemerken, dass ich sie gerade fotografiere. Und wie sie darauf reagieren, ist sehr unterschiedlich und kann durchaus eine Herausforderung sein.

Wo fotografierst Du besonders gerne?
Einer meiner absoluten Lieblingsplätze ist der Times Square. Dort sind immer sehr viele Menschen unterwegs und es ergeben sich jede Menge großartige Situationen und Motive.

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Ron Anthony Bautista: Times Square, NYC, 2015

Kannst Du uns verraten, warum Du Dich dafür entschieden hast, vorrangig in Schwarz-Weiß zu arbeiten?
Es gibt ein schönes Zitat von Ted Grant (der kanadische Fotojournalist bei capturephotofest „Wenn Du Menschen in Farbe fotografierst, fotografierst Du ihre Kleidung. Aber wenn Du Menschen in Schwarz-Weiß fotografierst, fotografierst Du ihre Seele.“ Ich bin absolut überzeugt, dass das stimmt.

Gibt es Künstler und insbesondere Fotografen, die Dich beeinflusst haben?
Eines meiner größten Vorbilder ist Garry Winogrand. Ich bin immer wieder begeistert von seiner Art zu fotografieren und den unglaublichen Bildern, die ihm so gelungen sind.

Videoreportage von Michael Engler über Garry Winogrand, 1982.

Digital oder analog?
Ich fotografiere im Moment ausschließlich digital, aber ich möchte das analoge Fotografieren unbedingt mal ausprobieren.

Mit welcher Kamera arbeitest Du?
Ich habe eine Canon T4i [in Deutschland verkauft unter dem Namen: Canon EOS 600D]. Alle meine bisherigen Aufnahmen sind mit dieser Kamera entstanden.

Arbeitest Du nur mit natürlichem Licht oder setzt Du auch einen Blitz, Reflektoren oder ähnliches ein?
Meine Bilder entstehen ausschließlich mit natürlichem Licht.

Wie wichtig ist für Dich die Nachbearbeitung der Aufnahmen?
Ich beschränke die Nachbearbeitung auf ein Minimum. Üblicherweise wandle ich meine Bilder nur um. Dafür verwende ich Lightroom mit einem Plugin, das Silver efex Pro heißt.

Gibt es Bilder, die Dir besonders gut gelungen sind oder die Du besonders magst?
Ich habe einmal ein Bild geschossen, das ich „Time Traveler“ genannt habe. Dieses Bild ist etwas ganz besonderes für mich. Es erinnert mich jedes Mal an die enge Beziehung zu meinem Großvater als ich noch ein kleiner Junge war.

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Time Traveler, NYC, 2015. „I was passing by this restaurant and looked inside and saw this boy with his grandfather sharing a meal. My grandfather took care of me when I was a kid and growing up I was always told that I looked exactly like him. In many ways me capturing my reflection alongside this boy and his grandfather was me reflecting on the relationship I shared with mine. To me an unlikely hero is someone who makes a positive impact in your life, believes in you and helps you through your struggles.“ (Veröffentlicht bei „The Huffington Post“.)

Gibt es andere Bereiche der Fotografie mit denen Du Dich aktuell beschäftigst oder irgendwann befassen möchtest?
Ich würde sehr gerne mal im Bereich der Setfotografie arbeiten. Mich begeistert die Idee, Fotos von Schauspielern hinter den Kulissen zu machen.

Du bist im Moment kein Berufsfotograf, richtig? Wie intensiv betreibst Du die Street Photography?
Wenn ich das Haus verlasse, habe ich eigentlich immer meine Kamera dabei – ziemlich intensiv also.

Und noch eine letzte Frage. Hast Du bereits Bilder verkauft?
Ich habe tatsächlich vor kurzem damit begonnen, einige Abzüge meiner Aufnahmen zu verkaufen. Und zwar bei fineartamerica.

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Profil:

Name: Ron Anthony Bautista
Geburtsjahr: 1986
Geburtsort: New York City
Wohnort: New York City
Beruf: Grafik-Designer
Berufung: Fotograf
Veröffentlichungen: Featured in The Huffington Post

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