Japans Fotokünstler

Die erste internationale Ausgabe des Fotomagazins IMA

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Entdeckt auf der Unseen Photo Fair 2016 in Amsterdam: Das erste englischsprachige IMA Magazin aus Japan. Titelbild: © Yoshinori Mizutani

Die japanische Fotokunst ist für mich so etwas wie eine edemische Art. Entstanden aus einer für Mitteleuropäer sehr fremden Kultur. Einer Kultur, die sich für lange Zeit bewusst vom Rest der Welt isoliert hatte, bis die Globalisierung irgendwann nicht mehr aufzuhalten war. Dennoch geht die japanische Fotokunst auch heute noch ihren eigenen Weg, den ich nicht immer verstehe, der mich dafür umso mehr fasziniert. Deshalb begeistert mich die erste englischsprachige Ausgabe des IMA Magazin, das Nicht-Japanern die japanische Denkweise näher bringen will.

Was ist IMA?

IMA bedeutet „jetzt“ und zeigt unter diesem Motto, was die weltweite Fotokunstszene bewegt – aus japanischer Sicht. Seit März 2012 erscheint das Magazin vierteljährlich in japanischer Sprache. Zum ersten Mal erschien 2016 eine internationale englische Ausgabe, die nun einmal jährlich im Mai veröffentlicht werden soll. Besonders spannend: Die Premierenausgabe IMA Vol. 1 beschäftigt sich exklusiv mit japanischer Fotokunst.

Unter dem Motto „A New Chapter of Japanese Photography“ möchte das IMA Magazin der Welt die japanische Fotografie näher bringen.

Geschichten erzählen

Storytelling liegt japanischen Fotografen besonders am Herzen. Dabei eröffnen sich die Geschichten hinter den Bildern leider oft nur denjenigen, die sich mit der japanischen Gesellschaft auskennen und die Mentalität verstehen. Die internationale Ausgabe des IMA Magazin liefert nun viele Hintergründe und erklärt, was die Fotokünstler und die japanische Gesellschaft bewegt.

Bildsprache und Themen

Die Fotokünstler experimentieren mit allerlei Stilmitteln, um neue Ausdrucksformen zu finden. Sie beschäftigen sich mit einer traditionell geprägte Gesellschaft, die mit einer hochtechnisierten Welt verschmilzt. Ob in inszenierten Motiven oder in dokumentarischen Bildern, die das tägliche Leben einfangen: Vergänglichkeit spielt in vielen Sujets eine tragende Rolle. Beobachten und versuchen zu verstehen – Landschaften, Städte, Menschen.

Für die internationale Ausgabe wählte die Redaktion – aus ihrer Sicht – nach westlichen Gesichtspunkten aus: Explizit erotische oder morbide Motive, wie sie in der japanischen Fotografie häufiger zu finden sind, werden auffälligerweise nicht gezeigt. So kommt IMA Vol. 1 nahezu jugendfrei daher, bis auf ein paar aufgeschlagene Seiten bei den Buchtipps.

IMA Vol. 1 2016 widmet dem Fotokünstler Nobujoshi Araki (geb. 1940, Tokio) rund 40 Seiten.

Vorgestellte Künstler

IMA Vol. 1 präsentiert Künstler wie Yoshinori Mizutani, Fumi Ishino, Satoshi Fujiwara oder Daisuke Yokata. Der international bekannteste Name dürfte Nobuyoshi Araki sein. Vierzig Seiten widmet das Magazin diesem Künstler – mit Portfolio, Interview und Buchtipps. Einen Bericht über sein Buch „Hi-Nikki (Non-Diary Diary)“, das in der Èdition Fondation Cartier pur l’art contemporain erschienen ist, finden Sie in Photo International 1/2017.

Neben etablierten Fotografen, gibt das IMA Magazin auch dem Nachwuchs Raum. Vorgestellt werden u.a. Shunsuke Kano, Yusaku Yamazaki, Atsushi Okabe, Hiroyuki Takenouchi, Maya Akashika und Tokyo Rumando.

Großes Format, starke Seiten

Optik und Haptik machen das IMA Magazin zu einer wahren Freude. Mit dem großzügigen Format von ca. 25 x 33 cm, kräftigem Papier und klaren Layouts werden die Stärken eines Printmediums auf über 200 Seiten voll ausgespielt.

Besonders erwähnenswert ist der Einsatz unterschiedlicher Papiere. Teils glänzend, teils matt gestrichen oder Naturpapier – immer fein abgestimmt auf die jeweiligen Fotostrecken.

Fazit

Mit IMA Vol. 1 ist den Machern ein Magazin gelungen, das nicht nur ein besseres Verstehen ermöglicht, sondern vor allem einen Blick in die Herzen der japanischen Fotografen gewährt. Meine Begeisterung für japanische Fotografie hat es weiter angefacht.

IMA – Living With Photography

Japanische Fotozeitschrift, entdeckt auf der Unseen Photo Fair in Amsterdam

IMA Vol. 1, 2016
Englische Ausgabe, international
ca. 25 x 33 cm
216 Seiten
Herausgeber: Hironobu Shindo
Chefredaktion: Mutsuko Ota

amana – visual communication experts
Head Office amana inc., Tokyo, Japan
Redaktion: info@imamagazine.jp
amana.co.jp

imaonline.jp/en/imamagazine

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