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Susanne Wagner

Warum die Serie „Favoriten“?

Wir haben im Lauf der Jahre viele interessante Themen in den Printausgaben von Photo International veröffentlicht. Deshalb blättere ich ab und an ein Heft durch und stelle die spannenden Geschichten und Portfolios in einen aktuellen Kontext. Was ist aus den Protagonisten und den Projekten geworden?

Mit dieser Serie möchte ich den über die Jahre entstandenen Themenschatz von Photo International eine neue Bühne geben und Sie inspirieren, auch in den älteren Ausgaben zu schmökern.

Steinbrüche im Altmühltal

Portfolio „Thetys“ von Anton Brandl aus Heft 4/2007

Aus einer zufälligen Begegnung in München, wurde ein interessanter Nachmittag bei Anton Brandl Zuhause. Die großformatigen Fotografien der Thetys-Serie an den Wänden, erinnerten mich wieder an ein Portfolio in Photo International. Die grafische Wirkung der Aufnahmen und die vielen Details, die in den Felsstrukturen zu erkennen sind, begeistern mich noch immer.

Die Bilder wurden im Großformat mit einer Linhof Kardan GT 8×10“, Sironar N 360 mm und Apo Sironar W 210 mm auf Ektachrome fotografiert. Fast altmodisch und passend zum Thema, möchte man sagen. Aber zum einen war vor 2007 die digitale Technik noch nicht so weit entwickelt und zum anderen, ist die Abbildungsqualität ausgezeichnet.

Forschergeist im Thetysmeer

Bevor Anton Brandl mit seiner Kamera loszieht, besucht er aufgelassene und aktive Steinbrüche, holt sich natürlich Genehmigungen ein. Am Grunde des Thetysmeeres, das hier vor etwa 200 Millionen Jahren seine Ablagerungen in Stein hinterlassen hat, erkundet er wann und wo das beste Tageslicht auf die Felswände scheint.

Anton Brandl fotografiert mit ganzem Körpereinsatz. Er ist geübter Kletterer und wenn er nicht gerade die Felsen im Altmühltal erklimmt, dann seilt er sich mit seiner Fachkamera den Abhang im Steinbruch hinab. Das Sicherungsseil am Auto befestigt, nach der besten Perspektive Ausschau haltend.

Thetys und das Urmeer

In der griechischen Mythologie war Tethys eine Titanin und Meeresgöttin, die Tochter des Uranos und der Erdmutter Gaia. Tethys war mit ihrem Bruder Okeanos verheiratet und galt als Mutter der großen Flüsse Nil, Alpheus und Mäander. Das Tethysmeer war ein Urozean im Erdzeitalter des Mesozoikums, des Erdmittelalters. Die mittlere Periode wird in der Geologie als der Jura bezeichnet, der zwischen Trias und der Kreidezeit vor 200 bis 145 Millionen Jahren entstand. Und hier im so genannten Malm, einem geologischen Zeitfenster im Jura, sind die Sedimente zu finden, wie sie heute noch abgebaut werden. Jeder kennt den Solnhofener Plattenkalk, der das versteinerte Skelett des Urvogels Archaeopteryx freigab.

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Ein Selfie bei meinem Besuch bei Anton Brandl in München.

Profil

Anton Brandl ist ein Münchener Berufsfotograf, der sich immer wieder Themen aus seiner Umgebung künstlerisch nähert. Die Bildserien entstehen meist über mehrere Jahre.

www.antonbrandl.de