Stefan Moses – eine persönliche Würdigung

Der Fotograf starb mit 89 Jahren in seinem Zuhause in München. Stefan Moses wird vielen nicht nur durch seine Fotografien als Menschenflüsterer und Katzenliebhaber in Erinnerung bleiben. Auch mit seinen persönlichen Widmungen und gezeichneten Grüßen hat er den Menschen Wertschätzung entgegengebracht.

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Eine Woche vor seinem Tod werde ich an Stefan Moses erinnert. Ich betrachte die Ausstellungsposter am Literaturhaus in München und denke, das sollte ich mir noch ansehen – nicht heute, ein andermal. „ Blumenkinder“ heißt seine letzte Ausstellung, anlässlich seines 90. Geburtstags, den er nun nicht mehr erlebte. Am 3. Februar starb Stefan Moses in seiner Wahlheimat München.

Noch im Dezember 2017 habe ich eine kurze Meldung im Printmagazin Photo International zur Ausstellung „Blumenkinder“ gesetzt. Auch davor bearbeitete ich immer wieder Artikel, die Stefan Moses’ Fotografien thematisierten. Beiträge, die Spaß machten, weil die Bilder interessant und unterhaltsam waren. So habe ich ihn als spannende Fotografenpersönlichkeit kennengelernt. Als ich von seinem Tod erfahren hatte, wollte ich ihm ein paar Zeilen widmen. Doch, was sollte ich schreiben? Schließlich kannte ich ihn nicht persönlich.

Menschen, Tiere, insbesondere Katzen …

Beim Stöbern in meinem Bücherregal fällt mir ein kleiner Bildband von Stefan Moses in die Hände: Das Tier und sein Mensch (Verlag Sanssouci). Auf dem Titel ein schlafendes Mädchen Kopf an Kopf mit einer schlafenden Raubkatze, ein Vorwort von Loriot. Dazwischen eine persönliche Widmung von Stefan Moses an mich, die Grafikerin. Die künstlerische Widmung mit Katzenzeichnung zeigt Herz, Humor und sympathische Ironie – und hat mich bereits damals sehr gefreut. Heute weckt sie Erinnerungen. Stefan Moses, so erzählen mir auch andere, hat gerne persönliche Grüße verschickt. Er hat sich offensichtlich jedesmal persönliche Gedanken über seine Widmungen gemacht und dadurch seine Wertschätzung ausgedrückt. Viel mehr als eine Geste, etwas Besonderes, finde ich.

Noch einmal Stefan Moses

Ich werde Stefan Moses in Erinnerung behalten und auf jeden Fall noch die Ausstellung „Blumenkinder“ im Literaturhaus besuchen. Die „Blumenkinder“-Fotografien vor dem berühmten grauen Tuch werden zum ersten Mal öffentlich gezeigt. Wenn Sie mehr über Stefan Moses erfahren möchten, dann empfehle ich Ihnen den Nachruf im neuen Photo International 2/2018 von Hans-Michael Koeztle – der ihn persönlich kannte.

Stefan Moses

Stefan Moses, geboren am 29. August 1928 in Liegnitz/Niederschlesien, gestorben am 03. Februar 2018 in München, absolviert nach dem Zweiten Weltkrieg eine Fotografenlehre in Erfurt und Jena. Danach arbeitet er als Theaterfotograf. 1950 wechselt Stefan Moses in die noch junge BRD und zieht nach München-Schwabing. Zunächst arbeitet er als Pressefotograf für bekannte Magazine. Sein fotografischer Schwerpunkt liegt auf der Porträtfotografie – von Menschen und Tieren.

Stefan-Moses-Selbstportrait-Photo-International

Stefan Moses, Selbstporträt

Ausstellung: Blumenkinder – Fotografien von Stefan Moses

Stiftung Buch-, Medien- und Literaturhaus München
Salvatorplatz 1
80333 München

20.12.2017 bis 25.2.2018

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Mo – Mi und Fr 11 – 19 Uhr,
Do 11 – 21.30 Uhr,
Sa/So 10 – 18 Uhr

Vortrag von Christoph Stölzl
Sonntag, 25.2.2018, 11.30 Uhr, Bibliothek
Stefan Moses: Chronist eines halben Jahrhunderts

Literaturhaus München

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