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Susanne Wagner

Warum die Serie „Im Web entdeckt“?

Das Internet bietet heute eine Vielzahl an Möglichkeiten, seine Bilder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen – für Profis wie für Amateure. Doch gerade in dieser Chance liegt auch ein Nachteil, weil interessante Fotografien leicht in der Bilderflut untergehen können.

Um dem belanglosen Konsum entgegenzutreten, möchte ich Ihnen ausgesuchte Aufnahmen vorstellen, die mich bei meinen Onlinerecherchen besonders bewegt haben. Im Gespräch mit dem Fotografen über sein Bild, erfahre ich spannende Details zur Entstehungsgeschichte und seine Beweggründe.

Diese Serie ist eine persönliche Einladung, genauer hinzusehen, sich für das einzelne Bild Zeit zu nehmen und sich darauf einzulassen.

Jörg Heidenberger inszeniert Lost Places

Zwei Fragen zur Entstehung der Aufnahmen

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 Man in Black, 2015

Beim durchforsten von fotocommunity.de bin ich auf diese Lost Places Fotografie aus der Serie „Man in Black“ von Jörg Heidenberger gestoßen. Alles an dem Motiv wirkt gestylt und gleichzeitig sehr natürlich. Ein Bild mit großer Ruhe und auch Kraft. Mir gefällt die strenge grafische Aufteilung. Natürliches Licht, eine kalte Betonwand. Jörg Heidenberger beobachtet seine Umgebung genau, erkennt den richtigen Blickwinkel und fügt das lebendige Element hinzu – in diesem Fall sich selbst. Bei diesem Bild hat sicherlich jeder andere Gedanken – für mich ist es ein bisschen Magritte, ein wenig Pan Tau, ein kleines bisschen Jacques Tati …

Es kommt ganz darauf an, was man aus dem Zufall macht.

Herr Heidenberger, in Ihren Bildern tauchen immer wieder sogenannte Lost Places in verschiedenen Inszenierungen auf. Warum arbeiten Sie vor allem in Lost Places on location?
Mich faszinieren diese verlassenen Orte, die Ruhe dort, die Spuren des Verfalls. Ich brauche diese Ruhe, um die Bildideen in meinem Kopf entstehen zu lassen. Unter Menschen fällt es mir schwer, mich fallen zu lassen und frei zu arbeiten.

Wie entstand das Foto „Man in Black“?
Ich kannte diese Fabrik bereits und hatte einige Requisiten in eine große Tasche geworfen. Nach einem etwas feuchten Zugang durch einen unterirdischen überfluteten Zugang, stand ich irgendwann vor dieser Betonwand mit einem genialen Lichtschein von oben. Anzug und Schirm drängten sich an dieser Wand einfach auf und liegen fast immer in meiner Tasche.

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Jörg Heidenberger, geboren 1967, lebt und arbeitet in Fürth, Bayern. Seit einigen Jahren widmet er sich der künstlerischen Fotografie. Fast immer steht dabei der menschliche Körper im Mittelpunkt.

facebook.com/JHeidenberger

Interview mit Jörg Heidenberger

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Wir fragen den Fotografen, der sich selbst Modell steht, was ihn antreibt, diese eigenwilligen Körperbilder zu gestalten.

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Aktbilder in Schwarz-Weiß von Jörg Heidenberger

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Heidenberger hat einen eigenen Stil, mit dem menschlichen Körper im Schwarz-Weiß-Bild umzugehen – kraftvoll, hintersinnig, verspielt.

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